Sonntag, 30. August 2015

Leckerlies

Immer mal wieder kommt die Frage: "Du fütterst frisch? Was gibt man da denn für Leckerlies!?" So kompliziert es in manchen Köpfen zu sein scheint, KEINE Tüte aus dem Supermarkt aufzumachen, so einfach ist es eigentlich...

Wir haben samstags Rally Obedience. Da ich auch nicht wirklich gerne Wurst oder dergleichen - weder für Mensch, noch für Hund - kaufe, auch wenn die wunderbar als Leckerlie funktionieren, habe ich für heute die Tagesportion benutzt, Muskelfleisch und Herz davon abgenommen, klein geschnitten und bei 40°C zwei Stunden angedörrt. TADDA! Grünzeug und Fett gab es zum Frühstück, das angedörrte Wild beim Training. Es klebt nicht, riecht gut, ist nicht zu trocken, sodass er es beim Üben schnell kauen und schlucken kann und kommt super an!


Dörren lässt sich im Übrigen ALLES, was fettarm ist. Fettiges wird schnell ranzig und schmiert sehr. Theoretisch könnte man es auch bis zur absoluten Trockenheit dörren, aber ich bevorzuge weiche Leckerchen beim Training. Dörrgeräte gibt es schon ab 40€, wenn man nicht unbedingt ein Hochleistungsgerät braucht. Dabei handelt es sich lediglich um einen Heizer und eine Lüftung. Sie verbrauchen deutlich weniger Strom als ein regulärer Backofen, die leider meist nur ab 50°C einzustellen sind. Möchte man in letztgenanntem dörren, sollte man die Ofentür mit z.B. einem Holzlöffel leicht geöffnet halten während des Vorganges. Fakt ist, dass Eiweiße ab 42°C denaturieren. Dörrt man demnach bei höheren Temperaturen ist es nicht mehr roh.





Da ich selber allerdings auch nicht immer so streng bin, gibt es gelegentlich Gegartes als Leckerlie. Am Einfachsten ist es natürlich, mageres Muskelfleisch klein zu schneiden und kurz zu überbrühen. Der Renner bei uns sind aber meine "Pancakes". Diese entwickeln ein besonders hundenasenfreundliches Duftaroma. Dazu nehme ich Gewolftes oder faschiere selber etwas Fleisch - es darf natürlich kein Knochen dabei sein - manchmal auch einfach mitsamt OG, gebe etwas Buchweizenmehl, Haferflocken/ -mehl oder ähnliches, wie z.B. Kartoffeln oder Pseudogetreide, dazu und backe daraus besagte "Pfannkuchen". Am besten geht das übrigens in Kokosöl. Dieses schmiert nicht so sehr an den Händen, wie tierisches Fett oder gar Sonnenblumen- oder Olivenöl... Für Nasenunempfindliche geht das auch mit Pansen und bringt selbst den pubertierendsten Junghund ins aufmerksame "Fuß!". ;)

faschiertes Wild, Haferflocken und ein 
übrig gebliebenes Bio-Hühnereiweiß

ab in die Pfanne

von beiden Seiten in Kokosöl braten

und in praktische Stücke schneiden

gewolfter Pansen, Buchweizenmehl

und das Ganze in Stücke geteilt

Käse, Kokosflocken, übrig gebliebenes Bio-Hühnereiweiß, Hafermehl
aufs Blech gebracht mit einer Spritztüte



Diese Leckerlies halten natürlich nicht sehr lange und sind auch nicht dazu gedacht. Länger haltbare Leckerlies müssen komplett trocken sein. Da wir jede Zutat frisch und einzeln kaufen, ist auch da der Phantasie keine Grenze gesetzt. Bei mir landet oft im Leckerlie, was sowieso über ist. Letztes Mal waren es einige TK-Himbeeren, ein ziemlich überreifer stinkender Weichkäse (hat weniger Fett als härtere) und damit das ganze auch eine Masse wurde, abermals Haferflocken, es geht aber natürlich auch hier wieder jedes sonstige Mehl, Kartoffel oder Pseudogetreide.

TK-Himbeeren, nicht mehr für den Menschen
schöner, kühlschrankverpestender,
stinkiger Weichkäse, Haferflocken

Versuch macht klug. Die Masse sollte formbar und nicht zu flüssig sein. 10 bis 20 Minuten bei 150-170°C Umluft reichen für die meisten Leckerlies aus dem Ofen bereits aus.

Viel Spaß! 


Samstag, 15. August 2015

Heute im Napf

Wir haben die Tage einen weiteren Hund, weil das Frauchen im Urlaub ist. Dieser wird zu seinem Glück auch frisch ernährt. ; ) Frauchen gab uns fertig abgepackte Dosen für die TK mit.

Bei den beiden gibt es heute...


ein Stück Kaninchen inkl. Fell, Blut und irgendein inneres Organ... 
und für den Zweitwuff gewolften Pansen mit OG.

Dazu je einen Minischubser BARFERS Omega 3-6-9-Öl. : )

Guten Hunger!



Mittwoch, 5. August 2015

Frisches Wild!

Juchey! Heute früh kam eine Kollegin und brachte frische Schlachtreste vom Rehwild vorbei. Das nächste Mal, so sagte sie, gäbe es auch die Innereien dazu.

Perfekt!

Zuerst verteilte ich die Abschnitte... Da ich keine Innereien und demnach auch dieses Mal noch keinen Pansen o.ä. mitbekam, verteilte ich stattdessen auch das teils sehnige Fleisch. (Also ergeben die Menge Muskelfleisch plus die Menge Pansen dieses Mal nur sehnige Wildfleischabschnitte.) Es ergaben sich tatsächlich drei Wochen Futter daraus!


Darauf verteilte ich nun die für drei Wochen nötige Menge an Herz, Leber, Niere, etwas Fett, weil das Wild recht mager war, und Obst und Gemüse (Bataviasalat, Möhre, Zucchini, Gurke, ein paar verschiedene Beeren, Kürbiskerne, Kokosflocken und minimal Knoblauch und Ingwer). Das OG sieht hier viel aus, es ist aber je nur ein Esslöffel oben drauf. ;)


Die Wildbeine müssen erst einige Wochen tiefgefroren werden, weil Parasiten im Fell sein können. Die sonstigen Röhrenknochen zupften Hund und ich "gemeinsam" ab und pulten so weit wie möglich das Mark heraus. Die Röhrenknochen selber sind zu hart, als dass er sie komplett fressen könnte und würden ihm höchstens die Zähne schädigen. Die Rippen und sonstigen Knochen habe ich in praktische Teile zerlegt und diese einzeln tiefgefroren, so kann ich sie einfach entnehmen.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal frisches Wild! :D - Und muss mir definitiv noch eine große Kleinigkeit für die liebe Kollegin einfallen lassen...