Donnerstag, 28. Mai 2015

BARF vs. PMR

Erst einmal möchte ich vorweg nehmen, dass ich hier nur von Hunden spreche und dass ich PMR, das Prey Model Raw absolut nicht ablehne!

Was BARF ist und bedeutet, das wissen meine fleißigen Leser natürlich bereits, aber was ist PMR? Das Prey Model Raw („Preyen“) ist ein alternatives Fütterungskonzept. Im Gegensatz zum BARFen werden keine pflanzlichen Bestandteile gezielt gefüttert und vor allem: ganze Beutetiere.

Ganze Beutetiere? Klingt doch toll! Nur leider werden die wenigsten Leute die Möglichkeit haben, wirklich komplette Futtertiere zu geben. Hierfür wurde das sogenannte „Frankenprey“ erfunden. Wir alle kennen wohl die Geschichte von Dr. Victor Frankenstein und seinem Monster, das er aus Teilen zusammen setzte (und zum Leben erweckte). Von dieser Figur leitet sich der Begriff Frankenprey ab, bei dem ein Beutetier quasi nachgebaut wird. Das machen BARFer doch auch? Ja, das machen BARFer auch, aber eben nicht so genau.

Beim Frankenprey machen 80 bis 85% Muskelfleisch und andere Körperteile, wie Haut, Haare, Federn, Fell, etc. aus. 10 bis 15% sind fressbare Knochen, 5 bis 10% Innereien, wovon wiederum etwa die Hälfte Leber ausmacht. Ich erinnere nochmals: Pflanzliche Bestandteile sind nicht vorgesehen! Als meist einziger Zusatz wird Lachsöl empfohlen, wenn keine Wildtiere sondern Mastvieh gefüttert wird, aus dem gleichen Grund, wieso BARFer es geben, nämlich dem Fettsäurenausgleich. (Quelle: Diverse Internetseiten. Konkrete Literatur ist Mangelware.)


Wieso ich nicht strikt gegen PMR bin?



"Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde füttern." (Das Brimborium um BARF, Swanie Simon) Wir sind nicht im Glaubenskrieg und sollten uns auch mit anderen Arten der Fütterung durchaus auseinander setzen können. Für mich ist PMR das Füttern ganzer Beutetiere, Füttern so nah wie möglich an der Natur und das ist -nach meinem Empfinden- nur unter bestimmten Bedingungen möglich.



1. Ganze Futtertiere: Woher? Wie lagern? Wo verfüttern? Wie verfüttern? Ganz? Gestückelt? Innereien aufgeteilt? Auf einen Schlag? Am besten natürlich gleich ein ganzes Rudel (= soziales Konstrukt) Hunde, das sich ein ganzes Reh teilt.

2. "Obstbäume & Kräutergarten": z.B. Apfelbäume, Beerensträucher, Wildwiesen, ... zur Selbstversorgung!

3. Im Umgang mit der Selbstversorgung geübte Hunde: Wann fresse ich was? Was darf ich fressen? Was darf ich nicht fressen? Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Und wenn sie das nicht können: Wie bringe ich ihnen das bei oder wie können sie es erlernen ohne sich selber zu gefährden?



Wenn das alles vorhanden ist, dann und wirklich nur dann, sehe ich die Möglichkeit, Hunde artgerecht mit dem PMR zu ernähren.


Wogegen ich absolut bin:


Frankenprey empfinde ich als eine heikle Sache. Um den Hund wirklich nicht mit Proteinen zu überversorgen und die Verdauung in Schwung zu halten, muss man neben Fett auf ausreichend Haut, Fell, etc. pp. achten, eben alles, was neben Innereien (auch z.B. Schilddrüsengewebe -Hormone/Jod!-) und Knochen noch so alles an und in einem Tier zu finden ist. Nur dann und nur in Kombination mit zur freien Verfügung stehenden pflanzlichen Ressourcen, denke ich, kann dieses Fütterungskonzept artgerecht, bedarfsgerecht und damit gesund sein.

"Aber der Hund kann Pflanzliches gar nicht verdauen!"
Falsch. Der Hund kann keine Zellulose spalten. Können Sie Zellulose spalten? Das wäre eine Sensation! Wir haben Mahlzähne zur mechanischen Zerkleinerung von Pflanzlichem und bereits im Speichel entsprechende Enzyme, die beim Hund erst später im Verdauungstrakt hinzu kommen (z.B. Amylase). Damit der Hund also an die "guten Stoffe" heran kommt, ist es nötig, die Zellwände zu zerstören, sie aufzubrechen und das schaffen wir mit dem mechanischen Vorzerkleinern, im Optimalfall durch Pürieren.

"Nunja, aber er frisst eben kein Pflanzliches..., also braucht er es nicht!"
Essen Sie nur, was Sie "brauchen"? Hut ab! Versuchen Sie wenig Pflanzliches zu geben, viel Blattgemüse, testen Sie einzelne Sorten und führen sie langsam neue Sorten ein. Wenn mehr nicht angenommen wird, bleiben Sie eben bei 10% der Gesamtfuttermenge. Zur Not versuchen Sie es (dampf)gegart. Sollte es absolut ganz und gar nicht genommen werden, kann man sich mit reiner Zellulose z.B. in Form von Flohsamenschalen aushelfen. Das ist und sollte aber die Ausnahme bleiben.

Wieso ich 10 bis 30% Pflanzliches empfehle:


1. Ballaststoffe: Ja, Pflanzliches bietet Ballaststoffe, manches mehr, manches weniger, aber fest steht, dass es das tut.

"Mit Prey verringerte sich die Kotmenge stark."
Entstehen beim BARFen im Gegensatz zum Füttern ohne Pflanzliches vergleichsweise sehr große Mengen Kot, sollte vermehrt auf Unverträglichkeiten geachtet werden und vor allem die Menge und die Art des pflanzlichen Anteils überprüft werden, denn: Wer viel Unverdauliches zu sich nimmt, muss das natürlich auch wieder "loswerden". ;) Eine gewisse Menge Rohfaser/ Ballaststoffe muss das Futter für eine gesunde Verdauung mit sich bringen, auch um z.B. sonst häufige Probleme mit der Analdrüse vorzubeugen (= oft zu geringer Kotabsatz). Diese Menge könnte und sollte man beim PMR eben mit Fell und anderem Schlecht- und Unverdaulichem füttern, bzw. sollte sich der Hund meiner Meinung nach selber aus der Natur (Kräuter, Gräser, Wildsalate, Wurzeln,...) holen können.

2. "Vitamiiine": Nein, wir müssten tatsächlich für die Vitaminversorgung keine pflanzlichen Bestandteile füttern, insofern man ansonsten ausgewogen Tierisches füttert, d.h. neben sonstigen Bestandteilen zumindest Leber, Niere, Milz und Lunge in für das Tier richtigen Mengen. Schaden tun sie aber ganz und gar nicht, genau so wie die zusätzlichen Spurenelemente. ;)


3. Kohlenhydrate: In mehr oder weniger großen oder kleinen Mengen liefert Pflanzliches Kohlenhydrate und diese liefern dem Hund auch Energie. Besonders Knollengemüse und Obst enthalten (nebst natürlich Getreide) viel davon. Und ja, Hund kann diese verdauen (durch Amylase) und verwerten, nur eben nicht so gut, wie der Mensch.

4. Sekundäre Pflanzenstoffe: Pflanzen benutzen diese Stoffe z.B. zur Abwehr von Krankheitserregern, zum Schutz vor UV-Strahlen, als Verdunstungsschutz und als mechanische Festigung. Einige können unter anderem den Blutdruck senken, den Blutzuckerspiegel regulieren, die Verdauung fördern, Bakterien bekämpfen, das Immunsystem anregen und die Krebsentstehung hemmen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wieso sollten wir bei der Fütterung darauf verzichten?


Montag, 25. Mai 2015

orangefarbener Mix: Pansen

Heute im Napf: Pansen, Innereien, Lammfett, Blut, Öl

Lecker Pansen von der Kuh! Pansen riecht übrigens, wenn er frisch ist, nach "Stall" und nicht unbedingt wirklich "abartig schrecklich". Riecht er wirklich übel, dann lag er schon etwas.



Pansen, grüner: Der Pansen ist der größte der drei Vormägen der Kuh. Der ungewaschene grüne Pansen enthält noch Bestandteile des zum Teils bereits aufgeschlossenen Inhalts. Dieser liefert Rohfaser für die Verdauung, Vitamine und Enzyme. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist sehr gut, was ihn so wertvoll für die Ernährung des Hundes macht. Für einen gesunden adulten Hund sollte der Pansenanteil 20% des tierischen Anteils ausmachen.

Obwohl ich das meiste Fleisch, wenn möglich, lieber in Stücken füttere, habe ich mich beim Pansen bewusst für den gewolften entschieden. Der Herr schüttelte die Stücken Pansen nämlich fleißig aus und da ich nur bei gut Wetter auf der angrenzenden Wiese draussen füttern kann, habe ich mich für den gewolften entschieden, der gemütlich direkt aus dem Napf gefressen wird!

Öl: Konventionell und auch auf Monokulturweiden aufgezogenes Vieh hat ein schlechtes und damit (übrigens auch für den Menschen) ungesundes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren. Dieses gleicht man mit Ölen aus, die einen hohen Anteil Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dazu geeignet sind vor allem Lachs- und Krillöl, die DHA und EPA enthalten, welches direkt verwertet werden kann, aber auch Perilla-, Lein- und Hanföl. Letztere drei müssen allerdings erst im Organismus umgewandelt werden, was Hund und Katze nicht so gut können, wie beispielsweise der Mensch. Heute gab es das BARFERS OMEGA 3-6-9 Öl von DHN. Dieses besteht aus Omega 3 Fischöl und Borretschöl, und enthält darüber hinaus natürliches Vit. E, welches wichtig ist, damit die Fettsäuren im Körper optimal verwertet werden können. Bei Fischölen sollten man auf die Schadstoffanalyse sehen, da es für Futtermittel keine Grenzwerte gibt!



UDL: Belcando Mix It

Heute startet einen neue Kategorie: "Unter der Lupe" (UDL).

Thema heute: Belcando Mix It

Der Name taucht im Moment gelegentlich in Diskussionen zum Rohfüttern auf. Was ist Belcando Mix It? Angepriesen wird es als "die ideale Ergänzung zum Barfen - ab 6 Monate - einfach anzuwenden"

"Sie füttern Frisch- oder Frostfleisch? (Gefrorenes Fleisch ist kein Frischfleisch?) Sie B.A.R.F.-en? Dann ist unser neuartiges  BELCANDO® MIX IT die ideale All-in-One-Ergänzung. Mix It liefert in einer fleischfreien Krokette alle Nähr- und Ballaststoffe, die bei einer reinen Fleischfütterung (BARFen ist keine reine Fleischfütterung.) fehlen und ist darüber hinaus einfach anzuwenden: Einfach ein Teil Mix It mit zwei Teilen Fleisch mischen. Mix It ist getreidefrei (grain free).

Da bei einer reinen Fleischfütterung nur ein kleiner Teil der Nährstoffe abgedeckt wird (Ich wiederhole: BARFen ist keine reine Fleischfütterung!), fehlt es oft an einer bedarfgerechten Ergänzung mit Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen und essentielen Fettsäuren. Die richtige Auswahl von Ballaststoffen, die für eine geregelte Verdauung erforderlich sind, sowie von Rohstoffen mit wichtigen sekundären Pflanzenwirkstoffen (Polyphenole, Carotinoide, Bioflavionide, Gerb- und Bitterstoffe) ist für viele Hundehalter außerdem schwierig. (Weil sie weder Obst, Gemüse noch Kräuter kennen?)

BELCANDO® MIX IT vereint diese Nähr- und Ballaststoffe optimal und ausgewogen in einem Produkt als leckere getreidefreie (grainfree) und fleischfreie Krokette. Zusammen mit frischem, gefrorenem Fleisch oder unserem neuen Dosenfleisch SINGLE PROTEIN kann der Hundehalter das passende Menü nun nach Belieben zusammenstellen und muss sich nicht um die einzelnen Inhaltsstoffe kümmern. (Aha.) Ein großer Vorteil auch für Hunde, die nur bestimmte Proteinquellen vertragen."

Und was ist nun drin?

"Zusammensetzung:
Amaranth (20 %); Kartoffelstärke (billig); Erbsenmehl; Meeres-Zooplankton, gemahlen (Krill, 10 %); Dicalciumphosphat (Also keine Knochen mehr füttern?); Bierhefe, getrocknet; Rübentrockenschnitzel, entzuckert (billiger Ballaststoff); Johannisbrotschrot, getrocknet (viele einfache Kohlenhydrate); Geflügelfett (Woher? Woraus?); Pflanzenöl (Palm; Kokos) (sicherlich nicht kaltgepresst :P ); Traubenkernexpeller (= Fructose= Zucker); Chiasaat (2,5 %); Lachs, hydrolysiert (Na lecker. Woher?); Calciumcarbonat (Noch mehr Calcium?); Natriumchlorid; Kaliumchlorid; Kräuter, getrocknet (gesamt: 0,3 %; Brennnesselblätter, Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut, Kamille, Fenchel, Kümmel, Mistelkraut, Schafgarbenkraut, Brombeerblätter); Yucca schidigera

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: (Super, Künstliches! Das darf natürlich bei einem so stark verarbeiteten Futtermittel nicht fehlen, sonst käme man ja nie auf die Bedarfswerte...) Vitamin A 30.000 I.E.; Vitamin D3 3.000 I.E.; Vitamin E 300 mg; Kupfer (als Kupfer-(II)-Sulfat, Pentahydrat) 25 mg; Eisen (als Eisen-II-Sulfat) 400 mg; Mangan (als Mangan-II-Oxid) 80 mg; Zink (als Zinkoxid) 300 mg; Jod (als Kalium-Jodid) 4 mg; Selen (als Natrium-Selenit) 0,30 mg Technologische Zusatzstoffe: Lecithin 2.800 mg; stark tocopherolhaltige Extrakte natürlichen Ursprungs (= natürliches Vitamin E) 100 mg" 


Füttern wir nicht frisch, weil wir wissen wollen, was genau im Futter ist und weil wir es möglichst natürlich geben wollen? Damit wir wissen, wo es her kommt? Macht das mit diesem Fertigfutter -und das ist es!- irgendeinen Sinn? Nein? Nein!

Es erinnerte mich im ersten Moment an "Kuchenfertigmischungen". Die ersten damals waren komplett fertig. Eine Tüte auf, Wasser dazu, rühren, backen, fertig. Das kaufte nur niemand! Die Hausfrauen damals fühlten sich ihrer Aufgaben entledigt. Was tat die Industrie? Sie brachte ein neues Produkt raus. Dieses war identisch mit dem ersten, der einzige Unterschied: Man musste ein frisches Ei hinzu tun. Es wurde wie verrückt gekauft! Und wenn man sich in den derzeitigen Regalen umguckt: Das wird es auch immer noch! Diese Marketingmasche zieht oft! Achten Sie mal darauf. ;)

Hier das gleiche: Alleinfutter, Trockenfutter wird unbeliebter, der Absatz sinkt. Was macht Belcando? Bringt ein neues Fertigprodukt heraus - ohne tierische Proteinquelle! Die darf der Konsument nun selber hinzu tun, ob nun in Form von "frischem, gefrorenem Fleisch oder unserem neuen Dosenfleisch SINGLE PROTEIN".

TOLL, ODER?


___
Sie haben ein Produkt gefunden und würden gerne wissen, was ich davon halte? Schreiben Sie mir und ich sehe es mir genauer an! Betreff: "Unter der Lupe" an eatrawfeedraw@icloud.com


Samstag, 23. Mai 2015

roter Mix: Pferd

Der derzeitige Lieblingsmix! ; )

Heute im Napf: Pferdefleisch, Lammfett, Blut, Innereien, Möhre, Pastinake, rote Paprika, Blaubeeren


rote Paprika: Obwohl sie ein Nachtschattengewächs ist, enthält rote reife Paprika kein bis kaum Solanin, daher geht von der Verfütterung (ohne Strunk) in Maßen keine Gefahr aus. Sie enthält unter anderem Antioxidantien und ist sehr gesund.

Blaubeeren/ Heidelbeeren: Ein Superfood! Sie gehört zu den höchsten antioxidativen Früchten.
Lammfett: Rohes tierisches Fett ist für Hunde der beste Energielieferant. Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Proteinen fallen bei der Verdauung von rohen tierischen Fetten keine Abbauprodukte an, die auf Dauer Nieren und Leber überfordern können (Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 50). Die meiste Energie sollte also aus rohen tierischen Fetten gezogen werden können. Der Fettgehalt des verfütterten Muskelfleisches sollte hierfür 15 bis 25% betragen, es sollte also gut durchwachsen sein. Das Pferdefleisch, das ich bekomme, hat für dieses typisch recht wenig Fett, deswegen gibt es eine gute Portion Lammfett dazu! 

Blut: Hunde haben einen vergleichsweise hohen Bedarf an Natrium. Dieses wird auf natürlichem Wege über das Blut der Beutetiere aufgenommen. Durch die Schlachtung und das damit verbundene Ausbluten steckt in dem Fleisch, was wir kaufen können, meist nur noch wenig davon. Optimal ist es demnach, Blut zu füttern, welches neben Natrium und lebenswichtigem Kupfer (welches ansonsten vor allem in roher Leber vorhanden ist) auch allerlei andere Nährstoffe enthält und damit ein regelrechter Powerdrink ist. Wer rechnen will, gibt etwa 50ml Blut auf 1kg Fleisch. Wer das nicht will, gibt einfach ab und zu einen Schubser dazu. Man kann es auch in Eiswürfeln frieren und gelegentlich dazu geben oder einfach zum Gemüse geben, wenn man dieses püriert, dann braucht es keine sonstige Flüssigkeit und das Pürieren geht sehr schnell und einfach und nebenbei wird es auch oft noch lieber gefressen. Bekommt man kein Blut oder möchte keines füttern, kann man sich mit zwei bis drei an die Hundemasse angepasste Prisen Salz die Woche über's Futter aushelfen. Geeignet dafür ist jedes naturbelassene Meersalz, Ur- und Steinsalz, wie z.B. Himalayasalz.

Donnerstag, 21. Mai 2015

gelber Mix: Wild

Huch, da habe ich heute aber eine besonders blutige Dose erwischt... Egal, dafür wird sie nur um so mehr geliebt. ; )

Heute im Napf:
Wildfleisch, Lammfett, Blut, Innereien, Rucola, Kohlrabiblätter, Fenchel, Petersilie, Stangensellerie, Zucchini, Galiamelone





Rucola: Der im deutschen Rauke genannte Salat enthält Senföle, Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B6 und wirkt immunstabilisierend, verdauungsfördernd und leicht antibakteriell. 

Kohlrabiblätter: Kohlrabi und auch seine Blätter können blähen und sollten deswegen langsam an- und nicht in Massen verfüttert werden.

Fenchel: Fenchel enthält ätherische Öle. Anethol löst Krämpfe in der Muskulatur. Fenchon wirkt antibakteriell. 

Petersilie: Das Kraut mit viel Chlorophyll und einer Menge Vitaminen kann auch gegen Mundgeruch helfen.

Stangensellerie: Vorsicht! Sellerie kann stark harntreibend sein. Mit der Menge also etwas aufpassen.

Zucchini: Dieses Kürbisgewächs enthält mit anderen Kürbissen vergleichsweise wenige Kalorien.

Galiamelone: Die Galia ist eine Zuckermelone und enthält ihrem Namen entsprechend viele einfache Kohlenhydrate und sollte dementsprechend wenig gegeben werden.
Lammfett: Rohes tierisches Fett ist für Hunde der beste Energielieferant. Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Proteinen fallen bei der Verdauung von rohen tierischen Fetten keine Abbauprodukte an, die auf Dauer Nieren und Leber überfordern können (Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 50). Die meiste Energie sollte also aus rohen tierischen Fetten gezogen werden können. Der Fettgehalt des verfütterten Muskelfleisches sollte hierfür 15 bis 25% betragen, es sollte also gut durchwachsen sein. Das Wildfleisch, das ich bekomme, hat etwa 16% Fett, was schon gut ist, für meinen jungen Zwerg aber nicht ausreicht, weshalb es Lammfett dazu gibt.

Blut: Hunde haben einen vergleichsweise hohen Bedarf an Natrium. Dieses wird auf natürlichem Wege über das Blut der Beutetiere aufgenommen. Durch die Schlachtung und das damit verbundene Ausbluten steckt in dem Fleisch, was wir kaufen können, meist nur noch wenig davon. Optimal ist es demnach, Blut zu füttern, welches neben Natrium und lebenswichtigem Kupfer (welches ansonsten vor allem in roher Leber vorhanden ist) auch allerlei andere Nährstoffe enthält und damit ein regelrechter Powerdrink ist. Wer rechnen will, gibt etwa 50ml Blut auf 1kg Fleisch. Wer das nicht will, gibt einfach ab und zu einen Schubser dazu. Man kann es auch in Eiswürfeln frieren und gelegentlich dazu geben oder einfach zum Gemüse geben, wenn man dieses püriert, dann braucht es keine sonstige Flüssigkeit und das Pürieren geht sehr schnell und einfach und nebenbei wird es auch oft noch lieber gefressen. Bekommt man kein Blut oder möchte keines füttern, kann man sich mit zwei bis drei an die Hundemasse angepasste Prisen Salz die Woche über's Futter aushelfen. Geeignet dafür ist jedes naturbelassene Meersalz, Ur- und Steinsalz, wie z.B. Himalayasalz.

Donnerstag, 7. Mai 2015

BARF: Pflanzliches


Veggieday! Heute im Napf:
roter Eichblattsalat, Frisée, Löwenzahn, Stangensellerie, Gurke, Zucchini, Pastinake, Sonnenblumenkerne, rote Beete Sprossen, Hanföl - Ehrlich gesagt waren das die Reste von unserer Mahlzeit, lediglich durchpüriert und mit einem Klecks selbstgemachten Bärlauchpestos... Mundete!


Immer wieder kommt die Frage auf, was verfüttert werden darf, speziell was an Obst und Gemüse bzw. Pflanzlichem. Eines gleich vorweg: Es gibt Weniges, das Hund nicht darf. Dazu gehört:

Avocado: Manche Sorten enthalten für Hund und Katze das wahrscheinlich giftige Persin. Da dieses für Menschen unschädlich ist, wird im Geschäft meist nicht weiter unter Sorten unterschieden, weshalb lieber generell darauf verzichtet werden sollte.

Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen,…): Enthalten Phasin und sollten zumindest gar gekocht werden. Für die Rohfütterung sind sie demnach nicht geeignet.

Aubergine, rohe Kartoffeln, 
Paprika, grüne & gelbe: Sie sind Nachtschattengewächse und enthalten giftiges Solanin. Sie dürfen höchstens gegart gegeben werden und sind demnach auch ungeeignet zur Rohfütterung.

Schokolade, Kakao: Das enthaltene Theobromin kann von Hund und Katze nicht abgebaut werden und ist für sie giftig!

Weintrauben, Rosinen: Die genaue Ursache für die beizeiten vorkommende Hypercalcämie und das daraufhin auftretende Nierenversagen ist leider immer noch nicht vollends erforscht. Wir verzichten auf die Verfütterung.

Macadamia: giftig!


Zwiebelgewächse: wenig


Oxalsäure: wenig

Sonstige Nüsse sind sehr phosphathaltig, aber auch wertvoll: wenig

Jod, Zink, Selen, Mangan und Kupfer -letztere zwei sind ansonsten vor allem in roher Leber enthalten- sind oft "Schwachstellen" beim BARFen, weshalb ich unter anderem Lebensmittel, die diese in höheren Konzentration besitzen, hervorgehoben habe.


Empfehlenswertes:


A
Alfalfa

Amaranth, Pseudogetreide: gepufft oder gegart, Mangan
Ananas, Obst
Apfel, Obst
Aprikose, Obst
Ascophyllum nodosum: wertvoller Jodlieferant, Bedarfswerte checken! nicht überdosieren!

B
Banane, Obst
Bärlauch, Gemüse: Zwiebelgewächs, sehr wenig
Bataviasalat, Gemüse
Birne, Obst
Blattsalat, Gemüse
Blumenkohl, Gemüse: kann blähen, evtl. dünsten
Braunhirse, Getreide: glutenfrei, Silizium, fein gemahlen
Broccoli, Gemüse: kann blähen, evtl. dünsten

Brombeeren, Obst: Mangan
Buchweizen, Pseudogetreide: gekeimt oder gegart

C
Cashewkerne: Kupfer, wenig
Chiasamen, Pseudogetreide: quellen lassen, kann abführend wirken, sehr wenig
Chiccorée, Gemüse
Chinakohl, Gemüse

D

E
Eichblattsalat, Gemüse
Eisbergsalat, Gemüse
Endivie, Gemüse
Erdbeere, Obst: auch das Grün
Erdnuss (umstritten): Zink
Mangan

F
Feldsalat, Gemüse
Feige, Obst: kann abführend wirken
Fenchel, Gemüse: auch das Grün

G
Gerste, Getreide: gekeimt, gegart
Gerstengras
Grünkohl, Gemüse: kann blähen, Oxalsäure, wenig

H

Hafer, Getreide: Flocken, gegart, KupferManganSiliziumZink
Hagebutte: Kuper, Mangan, durch viel Vitamin C ansäuernd
Haselnüsse: Kupfer, Mangan
Heidelbeere, Obst: 
Manganfür Katzen tödlich!
Himbeeren, Obst
Hirse, Getreide: gegart, gepoppt, Silizium

I
Ingwer: scharf, sehr wenig

J
Johannisbeeren, Obst: für Katzen tödlich!

K
Karotte, Gemüse: auch das Grün
Kartoffel, Gemüse: Nachtschattengewächs, enthält Solanin, nur gegart
Kelp (Ascophyllum nodosum): wertvoller Jodlieferant, Bedarfswerte checken! nicht überdosieren!
Kirsche, Obst

Kiwi, Obst: Fruchtsäure, wenig
Knoblauch: Zwiebelgewächs, sehr wenig
Knollensellerie, Gemüse: harntreibend
Kohlrabi, Gemüse: auch das Grün, 
kann blähen
Kokosnuss: antiparasitär, Selen
Kopfsalat, Gemüse
Kürbis (Speise-), Gemüse
Kürbiskerne: antiparasitär

L
Lollo bianco, Gemüse
Lollo rosso, Gemüse
Löwenzahn, Gemüse

M
Mais, Getreide: gegart, häufiger Allergieauslöser
Mandarine, Obst: Zitrusfrucht, Fruchtsäure, sehr wenig
Mandeln (süße): 
Manganwenig
Mango, Obst
Mangold, Gemüse: Oxalsäure, wenig
Marone: gegart
Melone, Obst

N

O
Orange, Obst: Zitrusfrucht, Fruchtsäure, sehr wenig

P
Paprika (nur reife rote), Gemüse
Pak Choi, Gemüse: kann blähen, wenig

Papaya, Obst
Paranuss: Selen, Zink, wenig
Pastinake, Gemüse
Pekannuss: wenig
Pfirsich, Obst
Pflaume, Obst: verdauungsfördernd, für Katzen tödlich!
Pistazie: wenig
Portulak, Gemüse
Preiselbeere, Obst: wenig, für Katzen tödlich!

Q
Quinoa, Pseudogetreide: gepoppt, gegart

R
Radicchio, Gemüse
Roggen, Getreide: gekeimt, gegart
Romana, Gemüse
Rote Beete, Gemüse: auch das Grün, Oxalsäure, wenig
Rucola, Gemüse

S
Salat, Gemüse
Sauerampfer, Gemüse: Oxalsäure, wenig
Sonnenblumenkerne:
Selen, wenig
Spargel, Gemüse: harntreibend
Spinat, Gemüse: Oxalsäure, wenig
Stangensellerie, Gemüse: harntreibend
Süßkartoffel, Gemüse

T

U

V

W
Walnuss: Zink, wenig
Weizen, Getreide: gekeimt, gegart
Weizengras

Z
Zitrone, Obst: Zitrusfrucht, Fruchtsäure, sehr wenig
Zucchini, Gemüse



Diese Liste wird stetig erweitert und ist nicht absolut!

Zur Berechnung der Mengen und der genauen Aufteilung, bitte hier entlang.


Da unsere Liebsten leider weder Mahlzähne wie wir Menschen, noch zellulosespaltende Helferleinbakterien im Verdauungstrakt wie z.B. Kühe haben, müssen wir ihnen das Pflanzliche etwas vorbereiten, indem wir durch Pürieren die Zellwände und somit die Zellulose mechanisch aufbrechen. Alles andere wäre lediglich Ballaststoff und wenn wir ehrlich sind, dann wäre das sehr teurer Ballaststoff... Wieso füttert man überhaupt Pflanzliches?

Natürlich, wie immer, ist jedes Tier sehr individuell, hat Vorlieben und Abneigungen, Unverträglichkeiten, Allergien und/oder gar Krankheiten, deshalb informieren Sie sich vor dem Verfüttern bitte über das Lebensmittel und wägen sie selber ab, fragen Sie im Zweifelsfall einen Ernährungsberater oder spezialisierten Tierheilpraktiker.


Stand: Mai 2015
Nach bestem Wissen und Gewissen - ohne Gewähr

Dienstag, 5. Mai 2015

BARF: Die Umstellung

Zuerst erschienen in: 

BARFen für Yorkies 104 – Ab heute frisst der Yorkie roh


"Wie stelle ich einen Hund am besten auf Rohfutter um?“

Erst einmal ist zu sagen, dass jedes Tier ein Individuum ist. Was bei dem einen wunderbar klappt, bereitet dem nächsten eventuell Probleme. Ich erläutere lediglich, den für mich "einfachsten“ Weg für einen gesunden Hund! Die wichtigste Grundregel ist, dass frisch und verarbeitet (Nassfutter, Trockenfutter) niemals zusammen gefüttert werden sollten. Diese beiden Futterarten werden sehr unterschiedlich verdaut, wodurch es sonst zu Verdauungsproblemen und mitunter Bauchschmerzen kommen kann.

Bei einem gesunden Welpen ist die Sache meist recht einfach. Der Welpe sollte ein paar Stunden zuvor kein Fertigfutter bekommen haben. Lassen Sie eine Mahlzeit ausfallen und starten Sie zur nächsten mit der frischen Ernährung. Niemals sollte der Welpe fasten!

1. Tag: (leicht) angebratener Welpenmix* (ohne Knochenanteil!)
2. Tag: roher Welpenmix (ohne Knochenanteil!)
3. Tag: roher Welpenmix, Knochenanteil hinzugeben

Hunde im Wachstum sollten möglichst alle Nährstoffe in einem relativ kurzen Zeitraum erhalten. Als Welpenmix bezeichne ich die Mischung aller Futterkomponenten im prozentual richtigen Verhältnis. Hinzu kommt, dass es extrem praktisch ist, da man lediglich die Gesamtfuttermenge erhöhen und nicht ggf. einzeln Vorportioniertes wieder auseinanderpflücken oder anderweitig improvisieren muss. Einfach eine Dose mehr auftauen und etwas mehr füttern und schon ist der Welpe wieder bestens versorgt. Für „Faule“ eignet sich diese Fütterungsweise natürlich auch für später noch. ;)

Verträgt der Welpe den Welpenmix auch mit Knochenanteil gut, ist die Sache "durch“. Verträgt er es noch nicht gut, gehen Sie die Sache langsamer an, sollten aber mit Knochenmehl supplementieren, da der Welpe dringend Calcium braucht! Lassen Sie das Futter immer kürzere Zeit in der Pfanne, bis es schlussendlich auch roh angenommen wird. Wichtig ist lediglich, dass Sie den Knochenanteil nur zu Rohem geben und auch niemals garen!

Die Umstellung eines lange Zeit fertig ernährten Hundes macht oft, aber nicht immer, etwas mehr Arbeit. Viele Hunde nehmen Rohes erst überhaupt nicht an. Dem Tier fehlen Röstaromen, strenge Duftnoten, Geschmacksverstärker,… er hat schlichtweg verlernt, was gutes Essen ist. ;) Auch braucht der Organismus länger um sich auf die größere Menge Magensäure umzustellen, die es braucht, um rohes Fleisch und Knochen zu verdauen. Die Verdauungszeit verkürzt sich insgesamt, der gesamte Organismus kommt in Schwung und fängt an, angesammelte Giftstoffe und Schlacken auszuschwemmen, was beizeiten zu "Entgiftungserscheinungen“ führen kann, wie z.B. strengem Geruch. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob es sich um ein Symptom handelt, das auf die Umstellung zurückzuführen ist, fragen Sie einen spezialisierten Ernährungsberater oder Tierheilpraktiker! Was der Welpe meist schon nach wenigen Tagen wieder erlernt, braucht beim längere Zeit fertig ernährten Hund manchmal Wochen.

Vor der ersten frischen Mahlzeit sollte sich kein Fertigfutter mehr im Darm befinden. Da Fertigfutter eine sehr lange Verdauungszeit haben kann, empfiehlt es sich, einen Fastentag davor einzulegen, zumindest aber einen halben. Ich empfehle für einen gesunden adulten Hund die erste Woche mageres Fleisch einer Tierart und einen Anteil Gemüse, z.B. mageres Rindfleisch mit pürierten Karotten inkl. Karottengrün. Falls es roh nicht direkt angenommen wird, braten sie es, wie beim Welpen schon beschrieben, einfach an und lassen es mit der Zeit immer kürzer in der Pfanne, bis es roh genommen wird.

Wird das gut vertragen, können kleine Portionen Innereien hinzu gegeben werden und der Fettgehalt sollte vorsichtig erhöht werden. Beides kann zu weichem Kot führen, es sollte lediglich kein wässriger Durchfall sein. Wie schnell der Verdauungstrakt sich umstellt, ist sehr unterschiedlich. Am besten gibt man dann anteilig leicht verdauliche Knochen, welche den Kot wiederum etwas festigen werden, z.B. Hühnerhälse. Die Knochenmenge wird mit der Zeit erhöht. Wird das gut vertragen, kann man weiter machen mit Brustbein und Rippen junger Tiere und sich so von Woche zu Woche steigern, bis man beim tatsächlichen Bedarf angekommen ist. Verträgt der Hund auch nach ein bis zwei Monaten nicht einmal einfachste gewolfte Knochen, sollten diese durch Knochenmehl ersetzt werden!

Starten Sie mit wenigen Tierarten und versuchen sie nacheinander Gemüse- und Obstsorten hinzuzufügen. So sehen Sie, was vertragen wird, was eventuell nicht und was augenscheinlich vielleicht besser schmeckt. Sollten Probleme auftauchen, die Sie auf eine eventuelle Unverträglichkeit schließen, führen Sie ein Futtertagebuch (Futter - "Output" - Bemerkungen). Oft sind es Dinge, die so leicht zu finden sind.

Klingt eigentlich ganz einfach? Ist es auch! 
Trauen Sie sich! :)



Frischer Meerrettich

Mmmmh, frischer Meeeerrettich!


roter Eichblattsalat
Frisée
Löwenzahn
Stangensellerie
Gurke
Zucchini
Pastinake
Sonnenblumenkerne
rote Beete Sprossen

Dressing:
Hanföl
Zitronensaft
Meerrettich, gerieben
Agavendicksaft
Pfeffer
Salz